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Pressestimmen
Rupert Schieche | »Schieche – schön schräg«
– Dichter geht’s nicht
„Mit stehenden Ovationen feierte das Publikum Ende November
die Premiere von Schiecheas „schön-schräger“ Dichtershow. Unter der Regie von
Kabarett-Wunderkind Hans Holzbecher rast Schieche durch die deutsche Lyrik und
die Zeiten, und ist dabei paradoxerweise brennend aktuell. Denn statt
Schlagzeilen aufzubereiten, die schon morgen vergessen sind, spielt er
satirische Einsichten der unterschiedlichsten Dichter über das Leben, die Liebe
und die Gesellschaft. Prustend komisch, kultverdächtig.“
Kino- und Kulturmagazin choices, Januar 2011
„Dichterabende sind out. Medienevents wie „Reim in Flammen“
oder die bundesweiten Poetry-Slams haben sie längst abgelöst. Schließlich hat
man klassische Gedichte schon oft gelesen und gehört, es ist nicht gerade
originell sie nacheinander auf einer Bühne herunter zu rattern. Rupert
Schieches Dichtershow „Schieche - schön schräg – Dichter geht’s nicht“ klingt
erst einmal nach so einem Lyrik-Fauxpas, ist er aber nicht. Denn Schieche geht anders an die Sache heran: Er liefert ein
Bühnensolo, das rund 50 expressionistische, klassische und moderne Gedichte zu
einem großen Ganzen verwebt. Denn die Gedichte sind so ausgewählt, dass sie ineinander
fließen, sich aufeinander beziehen oder sich gegenseitig ausmerzen. Jedes
Gedicht fügt dem anderen assoziativ etwas hinzu, wie eine Art poetischer
Debatte. Damit bringt Schieche altbekannte Gedichte wieder zum Glänzen. Und so
sehr Poetry Slammer mit ihren experimentellen Reimen die Massen reizen – nach
Schieches Show weiß man: Hätten die „alten“ Dichter an einem Slam
teilngenommen, hätten sie abgesahnt. Schieches klassischer Dichterabend ist
also einer, der sich noch sehen lassen kann, auch wenn gerade Poesie-Schlachten
hip sind.“
aKT.19, Ananada Grade, Januar 2011
„Irgendwann in der Kindheit geht’s los, davon kann Johann
König ein Lied singen: „Unter tausenden von Geschenken war auch irgendwann das
Denken./Und da lag ich Nächte lang und hatte diesen bösen Zwang./Ich dachte und
dachte und dachte, obwohl es mich wahnsinnig machte.“ Verstand und Logik haben
gegen die Realität nun mal keine Chance. Deshalb überlässt sich der Dichter
voll und ganz der Sprache – um sich abzulenken, aber auch, weil er alles in
eine Ordnung bringen, sich auf alles einen Reim machen will. Welche skurrilen, aberwitzigen, wunderlichen, aber eben auch
klugen Blüten das treiben kann, zeigt der Schauspieler Rupert Schieche aufs
Schönste in seinem ersten Solo-Programm „Schieche - schön schräg“, das jetzt im
Atelier-Theater Premiere hatte. Vor allen Dingen: Mit Happy End haben die
putzigen Reime ganz und gar nichts am Hut. Schon Robert Gernhardts Blick in den
Spiegel fiel ernüchternd aus. In mehr als 70 Gedichten mit Schräglage treten
Schlittschuh fahrende Seufzer, ein männlicher Briefmark und andere seltsamen
Wesen auf. Und mit beträchtlichem clownesken Talent spricht und spielt Rupert
Schieche übers Unglück, das Dickwerden und den Fußballwahn unter der Regie von
Hans Holzbecher, als hätt’ er’s selbst erdacht.“
Kölnische Rundschau, Hans-Willi Hermans, 27. November 2010
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